Musikalische Leitung Helmut Heyn

Musikalische Leitung von 1977 bis 1989

Helmut Heyn, der Schwiegersohn Robert Flaches, wurde am 2. Januar 1919 geboren. Sein Weg führte ihn im Jahr 1936 zur Familie Flache, als er bei Mathilde Flache Akkordeonunterricht erhielt. Er wurde im Jahr 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in Gefangenschaft. Am Mississippi gründete er während der offenen Gefangenschaft eine Bigband. Von einem Afroamerikaner erhielt er eine italienische Harmonika geschenkt. Später kam er nach England, wo er an der Universität Oxford seine Lehrerausbildung im Fach Akkordeon abschloss. In London war er als Berufsmusiker tätig. Als er 1948 nach Deutschland zurückkehrte, heiratete er die Tochter von Robert und Mathilde Flache, Edith Flache. Viele Jahre spielten Helmut Heyn und seine Frau Edith sowie ihre Mutter, Mathilde Flache, im Trio. Bis zum Tod Robert Flaches reisten Edith und Helmut Heyn mit Annemarie Ludwig als "Heyn-Trio" und später mit Annemaries Ehemann Günter als "Heyn Quartett" durch das Land und gaben zahlreiche Konzerte in Kureinrichtungen, Krankenhäusern und Ferienheimen in der damaligen DDR.

Das "Heyn-Quartett"

Die eigene Ausbildung von Schülern über Jahrzehnte hinweg konnte auch zu DDR-Zeiten das Fortbestehen des Klangkörpers, wenn auch in kleinerer Besetzung sichern. Mit der Anschaffung eines Elektroniums konnten die klanglichen Möglichkeiten stark erweitert werden. Aber auch die zu DDR-Zeiten übliche Angliederung an einen staatlichen Betrieb führte zur Änderung des Namens in "Elektronium-Akkordeon-Ensemble des Funkwerkes Erfurt".
Auch die Erfurter IGA bot über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Gelegenheiten für Konzerte.

Aufnahme auf der IGA in den 80er Jahren

Neben den vielen Auftritten und anderen gemeinsamen Aktionen des Orchesters erinnert man sich auch immer wieder gern an besondere Höhepunkte. Es ist nicht unbedingt üblich, dass ein kleines Laienorchester zu Fernsehaufnahmen für die Sendung "Oberhofer Bauernmarkt" gebeten wird. Hierzu ist in der Vereinschronik zu lesen:

"Am frühen Morgen des 3. März 1980 fuhren wir mit dem Bus nach Suhl-Heinrichs. Dort verbrachten wir zunächst eine ganze Weile mit Proben und Warten auf den großen Auftritt. Die Spannung wuchs und wuchs. Gegen Abend war es dann endlich soweit: Die Sendung konnte aufgezeichnet werden. Zunächst wurden unsere Damen gebeten, als Tanzpartnerinnen für andere männliche Künstler des Abends zu Verfügung zu stehen. Doch bevor wir unseren Auftritt hatten, fiel die Kamera aus und wieder war Warten angesagt. Am späten Abend durften wir nun unsere Stücke spielen. Erst gegen Mitternacht traten wir, vom langen Tag gezeichnet, die Heimfahrt an."

Vom 22. bis 24. Juni 1984 nahmen wir an den Arbeiterfestspielen in Gera teil. Dort waren wir auf dem Gut Hartmannsdorf in der Nähe von Eisenberg hervorragend untergebracht. Uns wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Wir gaben Konzerte auf dem Marktplatz in Bürgel sowie im Zentrum der Stadt Gera.

Konzert zum 55-jährigen Jubiläum im damaligen Funkwerk-Klubhaus

Das 55-jährige Orchesterjubiläum nahmen wir zum Anlass, um neben einem Festkonzert im damaligen Funkwerkklubhaus ein Treffen mit "Ehemaligen" aus Ost und West durchzuführen.

 


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